Pferde-Osteopathie


OSTEOPATHIE

Die Osteopathie wurde von Dr. Andrew Taylor Still vor ca. einhundert Jahren in den USA begründet. Sie ist eine Heilmethode, die Bewegungseinschränkungen und ihre Auswirkungen auf den gesamten Körper untersucht und behandelt.

Untersuchung der Beweglichkeit
von C1/C2 in Seitneigung

Ursachen für Bewegungseinschränkungen können Narben-, Bänder-, Gelenkverklebungen, Gelenkblockaden, Gelenkverschleiß, Muskelverkürzungen und -verspannungen sein. Die Osteopathie ist eine manuelle, mechanische Behandlungsmethode, d. h. der Osteotherapeut setzt zur Untersuchung und Behandlung nur seine Hände ein, um die Mobilität wiederherzustellen.

Die Osteopathie wird seit den 70er Jahren mit Erfolg auch bei Pferden angewandt. Dabei gelten die gleichen medizinischen Grundsätze wie in der Human-Osteopathie.

AUSBILDUNG

In Deutschland werden Pferde-Osteopathen seit 1997 im Osteopathiezentrum in Dülmen ausgebildet. Zugelassen zu dieser zweijährigen Ausbildung sind hier nur Physiotherapeuten, Tierärzte und Ärzte.

Cranio-sacrale Techniken,
hier: temporal lift/spread

Die erfolgreichen Absolventen der Abschlußprüfungen sind berechtigt, die Zusatzbezeichnung DIPO-Pferde-Osteotherapeut (Deutsches Institut für Pferde-Osteopathie) zu tragen.

DIE OSTEOPATHISCHE BEHANDLUNG

Eine osteopathische Behandlung beginnt immer mit einem Vorgespräch mit dem Besitzer. Dabei werden Erkrankungen, Verletzungen, Stürze, Einsatzart, die Art der Haltung u.ä. eine Rolle spielen. Dann beginnt der Pferde-Osteotherapeut, die Mobilität in allen Gelenken zu überprüfen. Finden sich Einschränkungen der Beweglichkeit, entscheidet der Osteotherapeut, mit welcher Technik er das jeweilige Gelenk manipuliert. Um ein Gelenk manipulieren zu können, bedarf es genauer Kenntnisse der Anatomie und der Funktion des Körpers.

Überprüfen der Beweglichkeit des Kniegelenks in
Streckung / Dehnung der Hinterbackenmuskulatur

Großen Einfluß auf den Bewegungsapparat haben auch Zähne, Hufe, Hufbeschläge und Sättel. Der Pferde-Osteotherapeut sollte hier möglichst in Übereinstimmung mit dem Tierarzt, Pferdezahnarzt, Hufschmied oder Sattler arbeiten. Die Pferde-Osteopathie ist kein Ersatz für eine tierärztlich Behandlung, sondern sollte vielmehr deren Ergänzug darstellen.

Wenn es sinnvoll erscheint, erstellt der Therapeut einen schriftlichen Übungsplan zur Nachbehandlung des Pferdes durch den Besitzer. Eine Nachbehandlung durch den Therapeuten kann nach einigen Wochen sinnvoll sein.